Schmerzen im Po? Das sind die 5 häufigsten Ursachen

Du hast fiese Schmerzen im Po? Es tut bei jedem Stuhlgang weh und vielleicht ist auch noch Blut mit dabei? Ich habe dir die häufigsten Ursachen für Schmerzen im Analbereich zusammengefasst und mich bemüht, es verständlich zu verfassen. Ich erhabe daher nicht den Anspruch, hier eine wissenschaftliche Abhandlung zu verfassen, sondern Basisinformationen zu geben. Bitte beachte, dass dies lediglich eine Information aus meiner Erfahrung und keine ärztliche Beratung darstellt. Bitte in jedem Fall ärztlichen Rat einholen, denn, ohne Panik machen zu wollen, können Schmerzen im Po in seltenen Fällen auch auf wirklich ernste Probleme wie Darmkrebs hinweisen.

Hier möchte ich aber mal auf die „üblichen“ Po-Probleme eingehen…

  1. Der Klassiker: Hämorrhoiden
    Schon alleine das Wort ist gruselig – Hämorrhoiden! Ich erspare euch jegliche Sprüche, die es dazu gibt. Fakt ist, dass niemand darüber spricht, wer es hat. Dabei sind Hämorrhoiden gar nix ekliges oder wofür man sich schämen muss. Denn das sie vorab erwähnt – JEDER hat Hämorrhoiden, die sorgen nämlich im Bereich des Enddarms dafür, dass dieser ordentlich verschlossen ist. Ein Hämorrhoidal-Leiden wäre daher die korrektere Aussage. Und dann handelt es sich um vergrößerte Hämorrhoiden. Die Entstehung wird durch eine falsche Ernährung und damit verbundenen Stuhlgangproblemen gefördert. Auch stundenlanges Rumgammeln auf dem Topf kann die Entstehung deutlich fördern – denn die Haltung auf unseren Toiletten ist äußerst unnatürlich. Daher sind in Ländern, wo man die Sache in der Hocke erledigt, Hämorrhoiden gar kein Thema. Mehr dazu übrigens unter der sehr interessanten Seite darmhilfe.de. Es gibt hierbei verschiedene Stadien, die dann auch mit verschiedenen Unannehmlichkeiten verbunden sind. Etwas vergrößerte Hämorrhoiden bereiten meist kaum Probleme, meist hat man höchstens nach dem Stuhlgang das Gefühl, dass man eigentlich noch nicht fertig ist. Beim sogenannten Grad zwei ist können die Hämorrhoiden beim Stuhlgang ein wenig mit rauskommen, ziehen sich dann aber wieder zurück. Beim Grad drei passiert das nicht mehr automatisch, da muss man dann selbst Hand anlegen. Und im Grad vier gehen sie gar nicht mehr zurück in den Analkanal. Insgesamt wird der Schmerz hier meist als „dumpf“ und langanhaltend beschreiben. Schon ab Grad 2 kann helles Blut mit dabei sein und ein unangenehmer Juckreiz und Nässen entstehen. Hier kann man die Symptome mit Prorepatin recht unkompliziert behandeln. Es gibt aber keine Creme, die die Hämorrhoiden zurückbilden kann. Hier muss man sich im Zweifelsfall unters Messer legen oder schon vorbeugen mit den Tipps von darmhilfe.de. Bei den Symptomen kann Prorepatin immerhin den Juckreiz lindern, eine Abheilung ist bei Hämorrhoiden mit Cremes, Salben oder anderen Mitteln nicht möglich.

    Analfissur und Hämorrhoiden

    Ähnliche Symptome, aber völlig andere Ursachen: Analfissur vs. Hämhorroiden

  2. Analthrombose
    Wenn etwas schmerzhaft ist, dann eine Analthrombose. Neben den Schmerzen liegt sie häufig noch außen am Analausgang und kann schnell richtig groß werden, in Form eine „Knubbels“. „Kirschgroß“ ist hier das normale Maß der Dinge, es gibt die Teile aber auch in deutlich größer. Daher – hier hat man in der Regel fix Gewissheit, was man hat. Medizinisch handelt es sich um ein Blutgerinsel an den oberflächlichen Venen und gerne mit Hämorrhoiden verwechselt. Die Entstehung wird durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang oder durch schwere körperliche Tätigkeit gefördert. Die gute Nachricht ist, dass die Analthrombose in der Regel sich selbst zurückbildet. Das dauer allerdings ein bis zwei Wochen. Wenn das Teil aber zu groß ist, lohnt der Gang zum Arzt. Unter lokale Betäubung ist mit einem winzigen Schnitt der gesamte Spuk vorbei.
  3. Analabszess
    In Sachen Schmerzen und Entstehungsgeschwindigkeit ist der Analabszess die Steigerung der Analthrombose. Ein Abszess ist ein mit Eiter gefüllter Raum, der sich im Analbereich quasi „über Nacht“ breit macht. Sie entstehen gerne in rudimentären Drüsen, die man in der Steinzeit benutzt hat, um das Revier zu markieren. Das brauchen wir heute eigentlich nicht mehr, leider hat das unser Organismus noch nicht mitbekommen. Diese Drüsen sind aber immerhin schon gut verschlossen. Meistens jedenfalls. Sollten sie bakteriell infizieren, entsteht der Abszess. Und ganz ehrlich – die Schmerzen wünscht man niemandem. Es ist natürlich ein Druckschmerz, aber auch einfach dauerhaft „da“. Ich hatte genau dreimal das „Vergnügen“, innerhalb weniger Wochen hintereinander. Und wenn mal die Höchstdosis Schmerzmittel nicht mehr hilft, das ist echt unschön, kann ich euch sagen. Hier auf „Selbstheilung“ zu hoffen – vergesst es ganz schnell. Denn entleert sich der Abszess nach innen, hat man eine Blutvergiftung am Start. In der Klinik wird so etwas normalerweise unter Vollnarkose erledigt. Sprich, der Abszess aufgeschnitten und dann tamponiert, damit er von innen heilen kann. Klingt schlimmer, als es ist. Okay, es ist unangenehm. Aber kein Vergleich zu den Schmerzen, wenn man so ein Teil noch im Po hat.
  4. Analfistel
    Ihr dachtet, es ist jetzt keine Steigerung möglich? Weit gefehlt, die Analfistel ist häufig die logische Fortführung des Analabszesses. Sprich, der Drüsenkanal, in dem sich der Abszess eingenistet hat, bleibt offen und kann immer wieder für „Spaß“ sorgen. Denn dieser steinzeitliche Drüsenkanal hat tatsächlich auch nicht die Möglichkeit, zuzuheilen. Der sogenannte Fistelgang bildet die Verbindung zwischen Drüse und der Darmschleimhaut, ständige Entzündungen und Abszesse sind die Folge. Eine Fistel tritt nicht einfach so auf, hier gehen immer Abszesse voran, daher wird euch eh der Doc darauf aufmerksam machen, was Sache ist. Es wird dann in der Regel zu einer Fistel-OP geraten. Und ja, die Horrorstories sind wahr. Offene Wundheilung mit größerer Schnittwunde am Popo sind nicht lustig. Ich darf euch daher unbedingt Dr. Sverdlov in Berlin empfehlen, der hier eine minimalinvasive Methode entwickelt hat, die eben keine wochenlangen Schmerzen verursacht. Oder googelt selbst nach minimalinvasiver Fissur-OP. Es gibt Alternativen zum „Arsch aufreißen“… Zahlt dann meist die Krankenkasse nicht, aber wenn ich die Wahl zwischen wochenlangen Schmerzen beim Stuhlgang oder maximal ein paar Tagen habe, ist es mir das wert.
  5. Analfissur
    Gegen eine Fistel scheint eine Analfissur schon fast wieder harmlos. Ist sie aber nicht. Sondern echt schmerzhaft und sehr, sehr hartnäckig. Die Symptome sind recht eindeutig: Ein stechender, fieser Schmerz, der besonders gerne direkt bei und nach dem Stuhlgang auftritt und teils stundenlang anhält. Auch helles Blut kann beim Stuhlgang mit dabei sein. Trotzdem nicht erschrecken – selbst ein winziger Bluttropfen erweckt im Wasser der Kloschüssel den Eindruck eines Massakers. Es handelt sich hier meist wirklich nur um wenig Blut. Trotzdem sollte man was dagegen tun. Aus meiner Erfahrung heraus bringen die ganzen Cremes vom Doc nicht wirklich was. Hier werden nur die Schmerzen gelindert. Ich habe mit Prorepatin super Erfahrungen gemacht, allerdings sollte man das Thema ganzheitlich angehen – das habe ich in einem anderen Artikel zusammengefasst. Und – eine Fissur-OP hat extrem hohe Rückfallraten, es lohnt sich, erst einmal nach Alternativen zu suchen, die man vom Arzt leider aber meist nicht verraten bekommt.

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